Tobias Mayer

Tobias Mayer, der am 17.2.1723 in Marbach geboren wurde und am 20.2.1762 im Alter von nur 39 Jahren in Göttingen als Professor starb, war noch im 19. Jahrhundert und weit darüber hinaus als bedeutender Astronom, Kartograph, Geograph und Mathematiker berühmt.

Seine Jugendjahre verbrachte er in Esslingen, wo sein Vater als Brunnenbauer tätig war. 1731 starb sein Vater, 1737 seine Mutter. Er wohnte im Waisenhaus und besuchte nach der deutschen Schule die Lateinschule. Mit 16 Jahren zeichnete er den ersten Stadtplan von Esslingen und mit 18 Jahren veröffentlichte er ein Buch zur Anwendung der analytischen Geometrie. Seine Kenntnisse in der Mathematik hatte er sich als Autodidakt selbst angeeignet. 1745 entstanden ein Mathematischer Atlas und ein Buch zur Fortifikation.

Von 1746 bis 1751 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Verlages Homanns Erben in Nürnberg und zeichnete über 30 Karten, darunter die „Mappa Critica“, mit der er die Ungenauigkeit der damaligen Karten dokumentiert und das Problem der Längenbestimmung eindrücklich dokumentiert. Während der Nürnberger Zeit gehörte er der Kosmographischen Gesellschaft an und zeichnete unter anderem auch eine Mondkarte von bis dahin unbekannter Genauigkeit. 1751 erhielt er einen Ruf als Professor an die Universität Göttingen, obwohl er selbst nie eine Universität besucht hatte.

Dort wurde er Leiter der Sternwarte und veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zur Astronomie, Geophysik, Mathematik, zum Magnetismus und zur Farbenlehre.

Tobias Mayer starb 1762 mit gerade 39 Jahren an Typhus. Drei Jahre nach seinem Tod erhielt er einen Teil des Längenpreises, der vom British Board of Longitude ausgeschrieben worden war. Seine Witwe musste allerdings um die Aushändigung des Preisgeldes kämpfen.

Nicht zuletzt seine Verdienste um die Bestimmung der geographischen Länge, die in der Seefahrt von großer Bedeutung war, begründeten seinen internationalen Ruhm, der immer wieder ausländische Gäste nach Marbach an seine Geburtsstätte führt.